Vergangene Ausstellungen

Otto Mueller – Wege zur Moderne

11. Mai bis 26. September 2019

 

Neben über fünfzig Werken Otto Muellers sind zwei Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner und vier von Erich Heckel sowie Originalfotos in der Ausstellung zu sehen. 

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint der Katalog „Im Dialog mit Otto Mueller“. Eine Hommage an den Wegbereiter der  Künstlergruppe Brücke‹ und an deren »selbstverständlichem Mitglied«, im Auftrag der Otto Mueller-Gesellschaft e. V. herausgegeben von Hans-Dieter Mueck, Dieter W. Posselt und Peter Tietz.

 

 

 

 

Otto Mueller  1874–1930 

Kurzbiografie

 

1874

Carl Otto Mueller wird am 16. Oktober in der niederschlesischen Stadt Liebau (heute: Lubawka/Polen) geboren

1891–1894

Absolviert nach der Mittleren Reife eine Lithographen-Lehre in Görlitz

1894–1896

Studium an der konservativen ›Königl. Akademie der bildenden Künste‹ in Dresden. In den Ferien entstehen Naturstudien im Riesengebirge und Porträts von Verwandten

1896/1897

Auf Einladung seines Schriftsteller-Onkels Gerhart Hauptmann: 

Reisen nach Hiddensee und Italien

1897

Selbststudium in Dresden. Vorwegnahme des künstlerischen Programms der erst 1905 in Dresden gegründeten ›Künstlergruppe Brücke‹

1898/1899

Vergebliche Versuche, in Franz Stucks Malklasse an der Münchener Akademie aufgenommen zu werden. Selbststudium in München: Auseinandersetzung mit den Werken von Arnold Böcklin und von Hans von Marées

1900

Als freischaffender Maler in Dresden. Beginn seiner Beziehung mit der böhmischen Kunsthandwerkerin Maschka Mayerhover (Heirat 1905)

1901

Naturstudien im Riesengebirge und Arbeitsaufenthalt bei  Gerhart Hauptmann in Agnetendorf und bei dessen Bruder Carl in Schreiberhau

1902

In Rockau bei Dresden entsteht sein erstes Selbstporträt als Gittarenspieler

1903/1904

Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit den überdehnt langgliedrigen Aktdarstellungen Lucas Cranachs d. Ä.: Der überlebensgroße Ganzfigurenakt Maschka als Lucretia (Erstpräsentation in Dresden 1904)

1905–1907

Arbeitsaufenthalt in Schreiberhau (Riesengebirge)

1908

Im Atelier in Berlin entstehen Lithographien in seinem neuen Personalstil: Mit »größtmöglicher Einfachheit« und mit einfachsten Mitteln, nach dem Vorbild der »Kunst der alten Ägypter, Empfindung von Landschaft und Mensch auszudrücken«

1908/1909

Arbeitsaufenthalte auf Fehmarn, wo Akte in der Landschaft und 

im Wasser entstehen (künftiges Hauptthema mit Variationen). Bei der Einzelausstellung in der Berliner Galerie Gurlitt erregt er größtes Aufsehen mit seinem Selbstporträt mit nacktem Oberkörper in der völlig neuartigen Technik der Leimfarbenmalerei auf Rupfen

1910

April: »Die sinnliche Harmonie seines Lebens mit dem Werk« veranlasst Heckel, Kirchner und Pechstein, Mueller als Wegbereiter 

der ›K. G. Brücke‹ zu deren »selbstverständlichem Mitglied« und Teilnehmer ihrer Ausstellungen zu ernennen

1910/1911

Mit Heckel, Kirchner und Pechstein Aufenthalte an den Moritzburger Teichen (bei Dresden) zum Aktstudium in freier Natur. Holzschnitt-Experimente zwecks Buchgestaltung

1912

Teilnahme an der Münchener Ausstellung der ›Redaktion Der blaue Reiter‹ sowie an internationalen Ausstellungen in Moskau und in Köln

1913/1914

Mit Kirchner Arbeitsaufenthalt auf Fehmarn. Wird Mitglied der ›Freien Secession Berlin‹

1916–1918

Kriegsdienst als Landsturmmann in Belgien und in Frankreich. Wegen Lungenblutungen Lazarettaufenthalt in Neuss. Fronteinsatz in Russland . Dienst als Zeichner in der Berliner Luftschiffabteilung. Wird Gründungsmitglied der ›Novembergruppe‹

1919

Berufung zum Professor für Aktzeichnen an der ›Staatl. Akademie für Kunst und Kunstgewerbe‹ in Breslau. Beginn seiner Beziehung mit der jüdischen Kunststudentin Irene Altmann (bis Herbst 1921)

1919/1920

Arbeitsaufenthalte auf den Inseln Föhr und Sylt

1921

Scheidung von Maschka Mueller . Aufenthalt beim Sammler Alfred

Hess in dessen Villa in Erfurt

1922

Doppelausstellung (mit Pechstein) im Erfurter ›Angermuseum‹. 

Mappe ›Zehn Lithographien‹, mit denen er sein »Leben und Erleben« dokumentiert. Heirat mit Elsbeth Lübke . Mit Heckel Gast im Hause Hess in Erfurt

1923

Arbeitsaufenthalt bei Heckel in Osterholz an der Flensburger Außenförde. Teilnahme an einer Ausstellung in New York

1924

Reise mit Maschka nach Dalmatien. Herbst: Versuche in einem »ganz neuen Stil«

1925

Geburt seines Sohnes Josef. Aufenthalt (mit Maschka) in der Künstlerkolonie in Szolnok, um das Leben ungarischer Zigeuner und ihre Hütten studieren zu können

1926

Druckt in der Breslauer Akademie für die Mappe ›Zigeuner‹ (1927) neun großformatige Farblithographien

1927

Aufenthalt in Szolnok und in Rumänien. Scheidung von Elsbeth und Intensivierung seiner Beziehung mit der Kunststudentin Elfriede Timm (Heirat Sept. 1930)

1928

Ist mit Werken im ›Deutschen Pavillon‹ bei der ›Biennale di Venezia‹ vertreten . Reise nach Frankreich und Bulgarien (auch 1929)

1930

Letztmaliges Treffen mit Heckel bei der Jurysitzung des ›Deutschen Künstlerbundes‹ in Stuttgart. Stirbt am 24. September im Sanatorium in Obernigk bei Breslau an den Folgen seiner kriegsbedingten Atemwegserkrankung.

NB: Muss aufgrund seines frühen Todes die Beschlagnahmung 1937 von über 350 seiner angeblich ›entarteten‹ Werke in deutschen Museen nicht mehr erleben

© Otto Mueller-Gesellschaft e. V. (Weimar) 2019

 

 

 

Otto Mueller: Selbstporträt als Gitarrenspieler mit Ausblick auf Baumgruppe Rockau bei Dresden, 1902 Ölfarben auf Leinwand, Privatsammlung
Otto Mueller: Sitzender weiblicher Akt in durchsichtigem Hemdchen (Irene Altmann), Breslau, Juni oder Herbst 1919 / Okt. 1921, Farbkreiden und Graphit auf Papier, Privatsammlung
Otto Mueller: Russisches Bauernhaus mit drei Frauen und mit Sonnenblumen Russland, Okt. 1917 / März 1918 Leim- und Temperafarben auf Malpappe, Privatsammlung
Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung
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